Frank
Wettkampfschwimmer Masters AK50, Strecken 50, 100, 200, 400, 800, 1500m
Gern auch im Freiwasser und als Staffelschwimmer beim Triathlon über 800 und 1500m, seit 2024 auch über 1900m unterwegs

Projekt 70.3 

Glücksburg 2024

Annett und Michiel Hobbytriathleten mit Charme und Witz!

Ein Erfahrungsbericht: Mitteldistanz für Triathlon Einsteiger

„Anne – Mein Mann und ich wollen nächstes Jahr eine Mitteldistanz machen und du hast doch die Trainer Lizenz für die lange Distanz, willst du unser Trainer sein?“ Das war irgendwann Ende 2023. Ja das wollte sie, ab Januar kommt ein Plan, das reicht für dem Wettkampf im August.

Die Herausforderung von Anne kurz beschrieben. Ich hatte irgendwann im März 2023 zusammen mit meinem Mann beschlossen das wir mal Triathlon versuchen. Bedingung: ich steige auf ein Rennrad und als ich nicht auf der anderen Seite herunterfalle, wird es was.  Auf der ersten Ausfahrt fand ich 15km/h schon reichlich schnell, von Lenker loslassen, um Richtung anzuzeigen oder zu trinken war keine Rede. Ganz verrückt hatte ich mich von anderen Vereinsfrauen zu meinem ersten Super Sprint Triathlon schon im April überzeugen lassen. Dort hatte ich beim Fahren dann sogar schon mal meinen Sattel verlassen beim Antreten. 2023 nahmen mein Mann und ich an ein paar Volksdistanzen teil und am Ende der Saison kam dann sogar die erste Sprintdistanz. Dort kam mein Mann mit einem anderen Sportler ins Gespräch der meinte das die längeren Abstände wie Olympisch oder Mitteldistanz gemütlicher waren in Tempo. Also dachte mein Mann das können wir auch. Die Mitteldistanz, die in das Arbeitsschema und Urlaubslücke passte, war dann auch gefunden. Der „Ostseeman“ in Glücksburg, Schleswig-Holstein. 

Mit Silvester hat sich Anne mit meiner Garmin verbunden. Das Erste, was sie stoppte, waren unsere langsamen langen Läufe. Nein ihr belastet eure Gelenke zu sehr stoppt damit, macht irgendwas anderes, was Spaß macht, wenn ihr aus dem Urlaub wiederkommt, sprechen wir über eure Ziele und machen einen spezifischen Plan.

Bei einem gemeinsamen Essen wurden Details besprochen. In kurz: schwimmen geht so, Fahrrad ist schlecht (bei Annett), laufen kann ich. Zielzeit: 6:30h (aus der Luft gepflückt da keine Ahnung), Laufen wollte ich 1:50h, Rad, keine Ahnung, ob ich 90km schaffe. Schwachstelle ist für alle 3 Disziplinen Kraft. Viel Glück damit Anne!

Kein Stress bei Anne, ihre größte Sorge bei uns Altersklassenathleten (51 dann, 52 beim Wettkampf), die Verletzungsgefahr. Wir hatten mittlerweile auch Zwift, um an dem Schwachpunkt Fahrrad im Winter zu arbeiten. Anne wollte lieber echtes fahren aber in der Woche traute ich es mir allein nicht. Also 2 x Zwift und am Wochenende als das Wetter es zuließ doch auf die Straße. Mittwoch Lauf Training mochte ich dann noch mit meinen Freunden im Verein zusammen machen und am Wochenende waren Intervalle mit walken und laufen im Wechsel angesagt. Erst waren diese auf Herzrate, dann wieder auf Pace. Anne wollte mich auf eine 5:20 Pace trainieren. Das fand ich schwierig da laufen doch meine Paradedisziplin war und 5:20 laufen war doch viel zu langsam. Aber sie blieb standfest und ich eigensinnig.

Um meinen eigenen Stolz zu behalten, werde ich jetzt nicht preisgeben, was bei meinem FTP-Test auf dem Fahrrad rauskam, aber Anne muss das Herz doch in die Hose gerutscht sein (Höhe großer Zeh). Mir gegenüber blieb sie jedoch positive, du schaffts das Annett, du schaffst eine 3:30 Rad Zeit.

Mein Schwimmen wurde unter Anne ihrem wachsamen Auge auch immer besser. Krafteinheiten waren unorthodox und so ausgelegt, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Mal war es Fuß Kraft, mal Mittelkörper, Mittelkörper Yoga, Schultern, alles Einheiten, die die Muskeln auf eine sanfte Manier stärken.

Vorbereitende Wettkämpfe hatte Anne auf ein Minimum reduziert, wegen dem Verletzungsrisiko. Wir hatten schon ein paar geplant und teilweise gebucht zum Zeitpunkt ihrer Planung. Beim Berlin Triathlon hatten wir einen Sprint geplant, dann stand Münster auf dem Plan da dort unsere Tochter einen wichtigen Wettkampf hatte. Münster sollte unsere erste Olympische Distanz werden und dann noch Werbellinsee da uns dieser im Jahr davor Spaß gemacht hatte. Mehr Triathlons durften wir nicht machen und am Werbellinsee auch nur Sprint wegen der Verletzungsgefahr und Regenerationszeit danach. Einen Event hatten wir auch schon vorher geplant das war der Spreewald Radmarathon von 110km. Für uns war das eine Generalprobe, um zu sehen, ob ich die 90km schaffe. Also hat Anne diese Tour genutzt, um Ernährung zu trainieren. Wir hatten dann auch festgestellt, dass unser Ernährungsfenster zu groß war. Die Kalorien mussten schneller rein. Ab und zu durften wir auch mal was von den lokalen Läufen mitmachen, da das wenigen Lauftraining vor allem bei mir viel Frust hervorgebracht hat. Eine Veranstaltung, die von Anne kam, war das Paarzeitfahren auf dem Dekra Lausitzring. Das war eine großartige Erfahrung und dort war ich das erste Mal 39,5km/h gefahren. Spaß verbunden mit unbewusst neues lernen und sicherer werden. So schafft man das Trainingspensum. 

Nun war es Zeit für unseren ersten Triathlon in Berlin. Mein Auftrag war alles geben beim Schwimmen und beim Laufen langsam beginnen und schneller werden. Schwimmen im Freiwasser (hier in der Spree) finde ich recht spannend und traue mich nicht, um wirklich alles zu geben. Beim Laufen hatte ich auch den Brief verpasst und war viel zu schnell losgelaufen. Highlight von Berlin war das ich einen Schnitt von 30km/h auf dem Rad hatte. So schnell war ich noch nie gefahren. Ich war positive das ich meine 3:30 auf den 90km auch schaffe. Feedback von Anne: „So schnell wirst du in Glücksburg nicht rennen, großartiges Rad, die 3:30 schaffts du, schwimmen kann schneller.“

Nach dem Berlin Triathlon hatte ich eine recht lange Regenerationszeit nötig. Länger dann Anne gedacht hatte, aber mit ausführlichem Feedback von mir wurde der Plan halt angepasst. Das ah und oh für Anne blieb das wir Verletzungsfrei bleiben und keine Überbelastung leiden. 

Das Lauftraining war auf ein Minimum eingekürzt da Laufen meine beste Disziplin war, Rad konnte ich nicht. Mein Mann konnte Rad aber Laufen nicht so, und hatte auch schon durch seine Arbeit mehr Laufen im Programm.

 

Das nächste Highlight war dann der Münster Triathlon. Das erste Mal die Olympische Distanz. Anne ihr Auftrag, schwimmen all out, Rad nicht so schnell wie Berlin und beim Laufen hatte sie die Pace per km festgelegt. Langsam anfangen und schneller werden. Wir fanden es superspannend. Ich persönlich habe viel gelernt bei diesem Wettkampf. Schwimmen all out hatte ich mir nicht getraut, war ja auch das erste Mal über diesem Abstand im Wettkampf und ich bin noch immer ein kleiner Angsthase im Wasser. Aber ich habe danach begriffen was mein „all out“ Tempo ist über alles von 1,5km zu 1,9km. Lernziel erreicht. Beim Rad hatte ich den ersten Hügel zu schnell angegangen. Dadurch hatte ich meine Laufbeine angegriffen. Wieder ein Lernziel erreicht. Dannach war ich besser gefahren, Trittfrequenz berghoch, schwere Gang und Tempo bergab. Dadurch hatte ich doch noch einen Schnitt von 29km/h. Anne war stolz das ich nun ihre Radtaktik begriffen hatte. Da ich mir jedoch am ersten Berg die Beine müde gefahren hatte ging ihr Lauf Plan nicht auf. Aber was sie jedoch schon geschafft hatte, war mich davon zu überzeugen das im Hauptwettkampf eine 5:20 min/km eine realistische Pace ist. 

So jetzt kamen wir in die heiße Phase der Vorbereitung. Die Regeneration von Münster lief sehr gut und ich wollte eigentlich schnell wieder in die Belastung, aber es war kein Durchkommen beim Trainer, „nein, das muss nicht sein, bleibe ruhig wir sind auf dem richtigen Pfad“

Dann kam noch der Sprint am Werbellinsee. Hier war der Auftrag, schwimmen all out, Rad: berghoch schwerer Gang, um zu simulieren, wie sich die Beine beim Laufen anfühlen nach 90km Rad. Laufen: Pace steigern. Schwimmen und Rad gut ausgeführt und trotzdem 29,6km/h Schnitt geschafft. Laufen auf Pace nach so einer Belastung funktionierte nicht. Und Drama kam dann auch noch, ich hatte mir beim Bergablaufen auch noch entweder den Mini oder Midi Gluteus gezerrt und rannte die letzten 50m mit großem Schmerz.

 

Diese Zerrung überschatte meine letzten Wochen Vorbereitung. Noch weniger Laufen, noch mehr Radfahren. Radfahren aber auch ohne KA, da das auch schmerzte. Anne passte das Training an. Wir haben alles probiert, um den Schmerz zu behandeln. Im Internet stand mehr oder weniger das man da wenig an tun kann anders dann es aussitzen. Ich war totunglücklich, wie sollte ich mit dem Schmerz 21km laufen und vor allem war der Lauf Teil mein Highlight. 

 

Unser toller Coach Anne hatte auch gleich zu Anfang dasselbe Camping gebucht wie wir, sie wollte es sich nicht nehmen lassen dabei zu sein. Eine Woche vor dem Wettkampf hörte ich auf einmal von einem anderen Triathlen das Glücksburg seine härteste Langdistanz war wegen dem hügligen Rad Kurs und Laufstrecke. Na großartig. Aber hier kam wie schon über die gesamte Trainingszeit Anne’s Gabe ins Spiel immer die richtigen Worte zu finden, um die Motivation und den Mut zu behalten. Am Tag vor dem Wettkampf kam ihr dann auch noch eine letzte Idee für meine Verletzung. Finalgon. Also lief ich am letzten Tag mit einer brennenden Hinterseite rum und es hat geholfen. Am Wettkampftag auch noch mal raufgetan und konnte so ohne Schmerzen laufen.

Wie das tolle Rennen lief, könnt ihr auf meiner eigenen Webseite lesen (www.ernaehrungsberatung -und-sporternaehrung.de), aber auch in diesem Rennen hat sich gezeigt was für ein toller Trainer Anne ist. Passioniert, engagiert, kenntnisreich, einfühlsam. Sie hatte sich die Strecke genau angesehen und sich 2 Punkte auf der Radstrecke ausgesucht, wo sie mit dem Mountainbike hin und her gependelt war, um anzufeuern. Auch sie hatte die Hügel unterschätzt und erhielt so ein tolles Training. Den Tag zuvor war sie auf der Laufstrecke unterwegs, um kleine Nachrichten mit Kreide auf den Boden zu schreiben. Das war ein toller Antrieb als ich diese beim Laufen gesehen habe. Im Ziel hätte ich keinen stolzeren Trainer haben können.

 

Ich kann keine Verbesserungspunkte für Anne bedenken, was sie beim nächsten Mal anders machen sollte, da sie für meinen Mann und mich alles richtig gemacht hat. Wir sind Anne sehr dankbar das sie uns zu dieser Leistung gebracht hat und wir auch gesund im Ziel angekommen waren. Anne, mein Mann und ich sind jetzt alle 3 „Ostseemänner“